DFAB HOUSE Dübendorf: Digital geplantes Haus, von Robotern gebaut zeigt schöne neue Zukunft des Bauens

EMPA Smart House Dübendorf

Auf dem Forschungsgebäude "NEST" der Empa in Dübendorf wurde am Mittchwoch, den 27.Februar 2019, das DFAB HOUSE offiziell eröffnet. Es ist eines der ersten  bewohnten Häuser, das nicht nur digital geplant, sondern mit Robotern und 3D-Druckern auch weitgehend digital gebaut wurde. Das dreistöckige Smart-House produziert dank Sonnenenergie zudem mehr Energie als seine BewohnerInnen verbrauchen. Die eingesetzten Bautechnologien entwickelten ForscherInnen der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit Industriepartnern.

Smart-House in Dübedorf - digital geplant und von Robotern gebaut

Eine feingliedrige Betondecke – gegossen in 3D-gedruckten Schalungen – und eine geschwungene, von einem Bauroboter erstellte Betonwand prägen die Architektur des Wohnzimmers. Auf Zuruf öffnen sich die Storen wie von Geisterhand und der Wasserkocher bereitet das Teewasser vor. Was wie ein Science-Fiction-Film klingt, ist in Dübendorf Realität: Heute öffnet das smarte und gleichzeitig weitgehend digital geplante und gebaute DFAB HOUSE erstmals seine Türen.

Vom Labor zur architektonischen Anwendung

Das dreigeschossige «Wohnhaus» trohnt auf der obersten von drei Plattformen im Forschungsgebäude "NEST". Auf diesem modularen Forschungs- und Innovationsgebäude der Empa und Eawag können Forschende zusammen mit Industriepartnern neue Bau- und Energietechnologien unter realen Bedingungen testen. NEST besteht aus einem zentralen Gebäudekern, an den unterschiedliche Gebäudemodule – sogenannte Units – andocken können.

Bauen soll schneller, billiger und auch nachhaltiger werden

Für den Bau der Unit DFAB HOUSE haben Forschende aus acht Professuren der ETH Zürich im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) «Digitale Fabrikation» in Zusammenarbeit mit Industriepartnern gleich mehrere neuartige, digitale Bautechnologien erstmals vom Labor in reale Anwendungen überführt. Die digitalen Technologien haben zum Ziel, das Planen und Bauen nicht nur effizienter zu machen, sondern auch nachhaltiger. So ist beispielsweise die digital geplante Geschossdecke des DFAB HOUSE statisch und strukturell derart optimiert, dass gegenüber einer herkömmlichen Betondecke beträchtliche Mengen an Material eingespart werden können.

Bauroboter fabrizierten komplexe Holzformen - Architektonisches Potezial von digitalem Bauen ist enorm

Auch in gestalterischer Hinsicht eröffnen die Technologien neue Möglichkeiten. So sind die beiden oberen Wohngeschosse von Holzrahmen geprägt, die mit Hilfe zweier Bauroboter fabriziert und in komplexer Geometrie angeordnet wurden. «Das architektonische Potenzial von digitalen Bautechnologien ist immens. Nur leider kommen diese Technologien noch kaum auf die Baustellen. Mit dem DFAB HOUSE gelingt es uns, Hand in Hand mit der Industrie neue Technologien zu erproben und so den Transfer von der Forschung in die Praxis zu beschleunigen», sagt Matthias Kohler, ETH-Professor für Architektur und digitale Fabrikation.

Ein intelligentes Zuhause

In rund zwei Monaten werden nun die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ins DFAB HOUSE einziehen. Es handelt sich dabei um akademische Gäste von Empa und Eawag. Im DFAB HOUSE werden sie in einem intelligenten Zuhause leben. Ein Firmenkonsortium unter Leitung der digitalSTROM AG hat im DFAB HOUSE erste Smart-Home-Lösungen eingebaut, die auf der herstellerunabhängigen digitalSTROM-Plattform basieren. Zu diesen gehören unter anderem eine intelligente und mehrstufige Einbruchsicherung, automatisierte Blend- und Beschattungsmöglichkeiten und die neueste Generation vernetzter, intelligenter Haushaltsgeräte.

Grüne Zukunft dank Solarenergie: Das Haus produziert mehr Energie als die Bewohner verbrauchen

DFAB HOUSE ist allerdings nicht nur in Bezug auf die Hauselektronik smart, sondern auch was den Umgang mit Energie angeht: Photovoltaikmodule auf dem Dach liefern im Jahresdurchschnitt etwa eineinhalb Mal so viel Strom, wie die Unit selbst verbrauchen wird. Eine intelligente Steuerung koordiniert alle Verbräuche und sorgt dafür, dass keine Lastspitzen auftreten.

Neues System: Warmes Wasser läuft bei Nichtgebrauch zurück in den Boiler

Zwei Start-up-Ideen, die von Forschenden der Empa und der Eawag begleitet werden, helfen dabei zusätzlich Energie zu sparen: Zum einen wird die Wärme des Abwassers, die sonst verloren geht, über Wärmetauscher direkt in den Duschwannen zurückgewonnen, und zum anderen fliesst das warme Wasser bei Nicht-Gebrauch aus den Leitungen zurück in den Boiler, anstatt in den Wasserleitungen abzukühlen. Diese Methode spart nicht nur Energie und Wasser, sondern vermindert auch die Gefahr von Bakterienbildung in den Leitungen.

Quelle: EMPA, Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt
Bild: © Roman Keller

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Neuste Kommentare

Serienjunkie
Cool ich freu mich schon!
Templer_01
Ich komme jetzt langsam in das Alter wo man bewußt zunimmt um die Falten zu straffen....
Daddy Cool
Schönen Muttertag! Aber ich freu mich schon auf den Vatertag

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