Forscher der Uni Basel sind den Ursachen von Alzheimer auf der Spur

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Gene sind sowohl für die normale Gedächtnisleistung, als auch für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit entscheidend. Wissenschaftler der Universität Basel haben nun nachgewiesen, dass eine bestimmte Gen-Gruppe an beiden Vorgängen zentral beteiligt ist. Es handelt sich dabei um Moleküle, welche die Konzentration der Kalzium-Ionen in Zellen steuern. Die Ergebnisse der Studie erscheinen in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift JAMA Psychiatry.

Erforschung von Alzheimer Voraussetzung für zukünftige Therapien

Wie  wichtig ein intaktes Gedächtnis und ein gut funktionierendes Hirn sind, wird oft erst dann deutlich, wenn eine Störung der Gedächtnisleistung wie Alzheimer vorliegt. Noch gibt es keine effektive Möglichkeit, den Verlauf dieser häufigen Demenzform zu bremsen. Die Erforschung der Ursachen der Alzheimer-Krankheit ist daher eine Voraussetzung für die Entwicklung der dringend benötigten Therapien.

Gene sind für unsere Merkfähigkeit entscheidend

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Gene sowohl für unsere Merkfähigkeit, als auch für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit entscheidend sind. Bisher war es aber unklar, ob es bestimmte Gene gibt, die an beiden unterschiedlichen Prozessen beteiligt sind.

Wissenschaftler der transfakultären Forschungsplattform der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel und der Fakultät für Psychologie der Universität Basel haben nun in einer gross angelegten Studie nachgewiesen, dass eine bestimmte Gruppe von Genen mehrere Prozesse steuert, die für die normale Hirnfunktion aber auch für die Entstehung der Alzheimer-Krankheit entscheidend sind. Für diese Studie hat die Erstautorin Dr. Angela Heck Daten von über 57'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesammelt und ausgewertet.

Kalzium-Gene als zentraler Faktor

Die Resultate zeigen, dass Gene, die die Konzentration von Kalzium-Ionen in der Zelle steuern, eine wichtige Schaltstelle für physiologische und krankheits-relevante Prozesse im Gehirn sind. Kalzium-Gene stehen in wechselseitiger Beziehung mit der Gedächtnisleistung von jungen und älteren gesunden Erwachsenen sowie mit dem Hippocampus, einer Hirnregion, welche für ein intaktes Gedächtnis unerlässlich ist. Darüber hinaus korrelieren Kalzium-Gene mit dem Risiko, an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken. Die Ergebnisse der Basler Forschenden tragen dazu bei, die komplexen Abläufe zu verstehen, die an der Entstehung von Gedächtnisstörungen wie Alzheimer beteiligt sind.

Wissen schnellstmöglich in Therapieprojekte überführen

Die aktuelle Studie ist Teil des Basler Genetik-Gedächtnis-Projekts, welches von den Professoren Andreas Papassotiropoulos und Dominique de Quervain geleitet wird. Die beiden Leiter der transfakultären Forschungsplattform setzen sich dafür ein, diese Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schnellstmöglich in Therapieprojekte zu überführen. (Transfakultären Forschungsplattform Molecular and Cognitive Neurosciences (MCN), Universität Basel)

Originalbeitrag
Angela Heck, Matthias Fastenrath, David Coynel, Bianca Auschra, Horst Bickel, Virginie Freytag, Leo Gschwind, Francina Hartmann, Frank Jessen, Hanna Kaduszkiewicz, Wolfgang Maier, Annette Milnik, Michael Pentzek, Steffi G. Riedel-Heller, Klara Spalek, Christian Vogler, Michael Wagner, Siegfried Weyerer, Steffen Wolfsgruber, Dominique F. de Quervain, Andreas Papassotiropoulos
Genetic Analysis of Association Between Calcium Signaling and Hippocampal Activation, Memory Performance in the Young and Old, and Risk for Sporadic Alzheimer Disease
JAMA Psychiatry (2015), doi: 10.1001/jamapsychiatry.2015.1309

Quelle: Universität Basel

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