Tele Basel will richtige Quoten: 10 Sender verlassen Mediapulse - 3+ hält an Einsprache fest

Tele Basel News
Auch Tele Basel kehrt der Mediapulse Quoten-Messung den Rücken

Die Kritik von 3+ an den angeblich falschen TV-Quoten von Mediapulse kann so weit hergeholt nicht sein: Wie die Mediapulse heute selber gestehen musste, haben zehn TV-Sender genug vom Warten auf korrekte Zuschauer-Quoten und -Zahlen und verlassen Mediapulse. Es handelt sich um nachfolgende Sender:

Folgende Sender steigen aus der Mediapulse TV-Messung aus:

 

  • Tele Basel (Stiftung Kabelnetz Basel)
  • Tele 1 AG
  • TVO AG
  • Südostschweiz TV AG
  • TeleBielingue AG
  • Léman Bleu Télévision SA
  • Vaud Fribourg TV SA
  • Canal 9
  • Canal Alpha Plus SA
  • Teleticino SA

Grund: Mit erhobenen Zuschauerzahlen nicht zufrieden

Die Sender, welche vom Verband der regionalen TV-Sender "Telesuisse" vertreten werden, sind mit den Zuschauerzahlen der neuen TV-Messung von Mediapulse nicht zufrieden. Auch der grösste Privatsender der Schweiz 3+ zweifelt die Zahlen von Mediapluse an, stieg aber (noch) nicht aus der TV-Messung aus.

Mediapulse macht sich über Austritte lustig

Mediapulse versucht das Desaster abzuwiegeln: Die neuen Zahlen hätten nur "in einzelnen Fällen" negative Veränderung gegenüber dem Vorjahr gezeigt. 

Mediapulse macht sich sodann auch noch über die austrenden Sender lustig und brüstet sich mit dem Grosszahler SRG: "Mediapulse relativiert die Bedeutung dieses Schrittes [..] Die genannten zehn Sender machen gesamthaft einen Anteil von ca. 3.5% am Umsatz der Mediapulse aus." Offenbar hat Mediapulse die Kritik gar nicht verstanden.

3+ glaubt neuen Zahlen weiterhin nicht - Abweichungen von 45%!

Nach wie vor ist die Veröffentlichung der neu erhobenen Fernsehquoten blockiert. Der TV-Sender 3+ hatte im April 2013 mittels einer superprovisorischen Verfügung die Publikation der neuen Fernsehmessdaten verhindert. Wie die 10 ausgestiegenen TV-Sender ist auch 3+ der Meinung, dass die neuen Zahlen von Mediapulse überhaupt nicht stimmen können und deshalb nicht publiziert werden sollen. Die Handelszeitung spricht heute gar von Abweichungen von teilweise 45 Prozent gegenüber den Vorgängerzahlen!

Von 7 Verwaltungsräten arbeiten 2 bei der SRG

Im 7-köpfigen Verwaltungsrat der Mediapulse sind zwei Vertreter der SRG, darunter SRG-Chef Rudolf Matter persönlich und Martin Schneider, sowie Klaus Kappeler von Natalie Ricklis Goldbach Media Group.

Gründen Privatsender eigene "Mediapulse"?

Die Sender erhalten nun keine Zahlen mehr von Mediapulse und werden ihren Werbekunden ihre eigenen erhobenen Zuschauerzahlen und Quoten präsentieren, was ja heute im Zeitalter da 85% der Haushalte bereits digital fernsehen keine grosse Sache mehr ist.

Oder werden die austrenden Sender eine eigene Forschungsanstalt zur Eruierung der TV-Quoten gründen, in deren Verwaltungsrat vielleicht dann nicht 2 Personen der SRG das Sagen haben? Auf jeden Fall ist zu hoffen, dass das Schweizer TV-Quoten-Debakel endlich ein Ende nimmt.

 

Quelle: OTS
Bild: Screenshot Tele Basel News

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Kommentare (1)

  • Sebastian

    Es sind 10 TV-Sender, die Fernsehen machen wollen, aber heute noch nicht gleichberechtigt können, weil das verwöhnte Einzelkind SRG vorne sitzt. Mit der Volksinitiative "Radio und Fernsehen - ohne Billag" können genau diese 10 Sender eine wichtige Rolle als vierte und objektive Staatsgewalt übernehmen.

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