Weniger Kuh-Fürze: Emissionen der Schweizer Landwirtschaft sind um 9 Prozent gesunken


„Ich wars nicht!“, behauptet diese Kuh

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Die Landwirtschaft ist eine der grössten Verursacher von Treibhausgasen in der Schweiz. Besonders ins Gewicht fallen einerseits die Methan-Emissionen aus der Rindviehhaltung und der Lagerung von Hofdüngern. Anderseits trägt das Lachgas aus der Düngewirtschaft massgeblich zu den klimawirksamen Emissionen bei. Doch Besserung ist in Sicht, die Landwirtschaft stiess 2012 gegenüber dem Stand von 1990 rund neun Prozent weniger Treibhausgase aus.

Im Zeitraum zwischen 1990 und 2012 nahmen in der Schweiz die Treibhausgas-Emissionen der Landwirtschaft um neun Prozent ab, während die Nahrungsmittelproduktion sogar leicht gesteigert werden konnte. „Die Schweizer Landwirtschaft ist bezüglich der Emission von Treibhausgasen im Verhältnis zur Produktion effizienter geworden“, erklärt dazu Daniel Bretscher, Verantwortlicher für das Treibhausgasinventar der Schweizer Landwirtschaft bei Agroscope am Standort in Zürich, Reckenholz. Die Landwirtschaft trägt elf Prozent zu den Gesamtemissionen des Treibhausgas-Inventars der Schweiz bei.

Weniger Methan pro Liter Milch, effizienterer Düngereinsatz

Das Rindvieh nimmt eine besondere Stellung im Treibhausgasinventar der Landwirtschaft ein. Über 40 Prozent der landwirtschaftlichen Emissionen stammen vom Methan-Ausstoss bei der Verdauung in den Mägen der Wiederkäuer. Die Viehwirtschaft ist über die Lagerung von Hofdünger und den Futterbau auch massgeblich an den Lachgasemissionen beteiligt. 44 Prozent der landwirtschaftlichen Treibhausgas-Emissionen sind Lachgas, wobei sechs Prozent bei der Lagerung von Hofdüngern entstehen und 38 Prozent bei der Stickstoffumsetzung in Böden.

Die Entwicklung der landwirtschaftlichen Emissionen folgt hauptsächlich der Entwicklung des Rindviehbestandes, der vor allem bis 2004 stark abgenommen hat und 2012 um rund 16 Prozent tiefer lag als 1990. Zwar stösst die einzelne Kuh wegen ihrer höheren Milchleistung heute im Durchschnitt mehr Methan aus als noch vor zwanzig Jahren. Da insgesamt aber mehr Milch mit weniger Kühen produziert wird, entsteht pro Liter Milch dennoch leicht weniger Methan als 1990.

Pflanzenbau verursacht Treibhausgase durch Dünger

Auch im Pflanzenbau kann eine gewisse Besserung beobachtet werden. Durch Effizienzsteigerungen im Pflanzenbau ist der Einsatz von Mineraldünger vor allem in den neunziger Jahren stark zurückgegangen. Dies führte zu deutlich weniger Lachgas-Emissionen.

Traktoren machen nur 1,5 Prozent aus

Energetische Emissionen, zum Beispiel von landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen, der Heizung von Gewächshäusern oder der Grastrocknung, werden dem Energiesektor zugeschlagen. Sie betragen rund 1.5 Prozent des nationalen Ausstosses und sind damit von weitaus geringerer Bedeutung als die Methan- und Lachgas-Emissionen.

Bis 2050 soll Landwirtschaft 66 Prozent weniger Emissionen verursachen

In diesem Zusammenhang setzt die „Klimastrategie Landwirtschaft“ des Bundesamtes für Landwirtschaft ehrgeizige Ziele. Bis 2050 soll die Schweizer Landwirtschaft ein Drittel der Emissionen gegenüber dem Stand von 1990 durch technische, betriebliche und organisatorische Massnahmen reduzieren. Ein weiteres Drittel soll durch eine entsprechende Entwicklung der Konsum- und Produktionsmuster im Ernährungssektor eingespart werden. Entsprechend ihrer grossen Bedeutung für die Emissionen nehmen die Nutztierhaltung und der Konsum von tierischen Lebensmitteln eine zentrale Rolle ein.

So können Sie selber den Emissionsausstoss der Landwirtschaft verringern:

  • Weniger Fleisch und Milchprodukte essen, mehr Bio-Gemüse
  • Produkte aus biologischem, düngerfreien Anbau bevorzugen
  • Lokale, regionale Produkte bevorzugen um Transporte zu vermeiden
  • Saisonale Produkte konsumieren um Lagerung zu vermeiden

 

Quellen: AGROSCOPE, Wendezeit.ch

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