Denkfabrik „Avenir Suisse“ zeigt Wege aus unserer Mobilitätsfalle – öffentlicher Verkehr soll sich selber finanzieren

Die Denkfabrik verschiedener grosser Firmen „Avenir Suisse“ hat heute ein interessantes Plädoyer „für eine nachhaltige Verkehrspolitik“ veröffentlicht. Die Schweiz sei zwar im Bereich der Verkehrsdienstleistungen sehr gut positioniert, doch gefährde mit schwer finanzierbaren und kaum nachhaltigen Ausbauplänen für den öffentlichen Verkehr diese Ausgangslage. Avenir Suisse fordert eine höhere Gewichtung der Integration ins europäische Hochgeschwindigkeitsnetz und eine radikale Reform der Finanzierung und Preisgestaltung.

Werbung
InternetGrafik.com Webdesign Grafik Textildruck

Die Spirale von Verkehrszunahme und Infrastrukturausbau müsse aufgebrochen und Abschied genommen werden von der verschlungenen Finanzierung aus verschiedenen Fonds, zweckgebundenen Einnahmen und Quersubventionierung. Nur ein Preis- und Finanzierungssystem, das an der Zahlungsbereitschaft der Verkehrsteilnehmenden ausgerichtet ist, würde wirklich nachhaltig sein.

Avenir Suisse zeigt einen interessanten Kreislauf auf: Der gut ausgebaute und durch Staatsgelder mitbezahlte öffentliche Verkehr nimmt zu, auf lange Frist reagieren Haushalte und Unternehmen auf die Anreize und nutzen das günstige Angebot des öffentlichen Verkehrs. Weil die Grundstückspreise in den Zentren aufgrund der verbesserten Erreichbarkeit steigen, geht ins Zentrum, wer die höchsten Grundrenten offerieren kann. Es komt zu einer vielfältigen Entschmischung von Wohnen und Arbeiten. Als Folge davon breiten sich die Agglomerationen aus und die Nachfrage nach öffentlichen Verkerhsmitteln steigt weiter an.

Durch die Förderung des öffentlichen Verkehrs werden die Strassen entlastet und somit entsteht auch hier ein Anreiz um weiter weg von der Arbeit zu wohnen. Würde die Bahn nicht so sehr ausgebaut, herrschte vielmehr Stau auf den Strassen und wir würden nicht mehr so weit fahren wollen um zu arbeiten. Wir stecken in einer Mobilitätsfalle.

Lösungen:

Es wird somit klar, findet die Avenir Suisse: Soll die schweizerische Verkehrspolitik aus dem gefährlichen Prozess herausfinden, muss das aktuelle Finanzierungssystem in Frage gestellt werden. Die Fonds sind abzuschaffen und die Infrastrukturfinanzierung ist über Benutzerabgaben und den allgemeinen Bundeshaushalt vorzunehmen. Die Lösung also heisst für die Nachhaltige Verkehrsplanung: Weniger ausbauen, höhere Preise um die Selbstregulierung zu erreichen, dass die Menschen weniger Mobilität in Anspruch nehmen. Das wird eine Zeit lang unangenehme Auswirkungen haben für den und die Einzelne, aber nur so kommen wir gemäss Avenir Suisse aus der Falle der Mobilitätsspirale wieder heraus.

Quelle: Avenir Suisse

 

Was ist Avenir Suisse:

Avenir Suisse ist eine Denkfabrik von Schweizer Grossunternehmen. Die Stiftung wurde 1999 von 14 Unternehmen gegründet: ABB, Credit Suisse Group, Groupement des Banquiers Privés Genevois, Jacobs Holding, Kuoni Holding, McKinsey Switzerland, Nestlé, Novartis, Hoffmann-La Roche, SAirGroup, Sulzer AG, Swiss Re, UBS und Zurich Financial Services.

Ziele:
Als operative Stiftung und als Think Tank nach angelsächsischem Vorbild engagiert sich Avenir Suisse für die gesellschafts- und wirtschaftspolitische Entwicklung der Schweiz. Avenir Suisse will frühzeitig relevante Themen definieren und zukünftigen Handlungsbedarf, aber auch Lösungsvorschläge und Denkanstösse aufzeigen. Zu diesem Zweck beauftragt Avenir Suisse wissenschaftliche Institute und Fachleute im In- und Ausland mit Analysen oder organisiert Tagungen, Debatten und Foren aller Art. Durch die verständliche und praxisnahe Aufbereitung der Studien und Ergebnisse will Avenir Suisse nachhaltige Impulse und Grundlagen für die öffentliche Diskussion vermitteln.

Quelle: Wikipedia

Werbung