Wettbewerbs-Komission rügt Swatch und hilft benachteiligten Drittkunden: – „Alle Kunden müssen gleich behandelt werden“

WEKO Präsident gegen Swatch

Weist  Goliath Swatch mutig in die Schranken: Prof. Dr. Vincent Marten, Präsident der Wettbewerbskommission WEKO

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Bern, 12.07.2013 – Die Wettbewerbskommission (WEKO) hat am 8. Juli 2013 entschieden, die zwischen ihrem Sekretariat und der Swatch Group abgeschlossene einvernehmliche Regelung über eine stufenweise Lieferreduktion von mechanischen Uhrwerken und sogenannten Assortiments in der vorliegenden Form nicht zu genehmigen und klopft so dem Uhrengiganten auf die Finger und verlangt, alle Kunden gleich zu behandeln.

Swatch-Regelung nicht genehmigt

Die WEKO hat die im Frühjahr 2013 zwischen dem Sekretariat und Swatch Group unterzeichnete einvernehmliche Regelung nicht genehmigt und zur Neuverhandlung zurückgewiesen. Diese Regelung sah vor, dass die Swatch Group die Belieferung von Drittkunden mit mechanischen Uhrwerken und Assortiments bis ins Jahr 2021 bzw. 2025 stufenweise reduzieren kann.

Alle Kunden müssen grundsätzlich gleich behandelt werden

Die WEKO ist grundsätzlich damit einverstanden, dass die Swatch Group die Möglichkeit hat, die Lieferung von mechanischen Uhrwerken stufenweise zu reduzieren, wobei jedoch ETA SA Manufacture Horlogère Suisse alle ihre Kunden grundsätzlich gleich behandeln muss.

Die WEKO hat die Swatch Group für die Jahre 2012 und 2013 mit vorsorglichen Massnahmen dazu verpflichtet, ihre Abnehmer vorerst mit 85% der gelieferten Mengen von 2010 zu beliefern. Die WEKO erachtet für das Jahr 2014 eine weitere Lieferreduktion um 10% als angemessen (75% der Referenzmenge). Falls zwischen dem Sekretariat und der Swatch Group erneut eine einvernehmliche Regelung zustande kommt, muss diese wieder der WEKO zur Genehmigung vorgelegt werden.

Lieferreduktion von Swatch verfrüht

Bei den Schlüsselkomponenten für mechanische Uhrwerke, den Assortiments, erachtet die WEKO eine Lieferreduktion aufgrund der derzeitigen Marktverhältnisse sowie der unsicheren weiteren Entwicklung in diesem Bereich als verfrüht. Sie will die Entwicklungen im Markt in den nächsten Jahren abwarten, bevor sie Lieferreduktionen zustimmen kann. Die noch geltenden vorsorglichen Massnahmen (Lieferung von 95% der Referenzmenge) laufen Ende 2013 aus.

 

Quelle: Wettbewerbskommission
Bild: © Wettbewerbskommission, weko.admin.ch

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