Exklusiv: Bär Mike M12 erhält nach Unfall im Museum Ladin ein „zweites Leben“


Fast wieder lebendig: Der präparierte Bär Mike M12

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Wie Dr. Stefan Planker (45), Direktor des Museum Ladin in St. Kassian im Südtirol, exklusiv gegenüber HappyTimes mitteilt, ist der im vergangenen Jahr bei einem tragischen Verkehrsunfall getötete Bär „Mike“ M12, aufwändig präpariert worden, und bereichert nun in einem „zweiten Leben“ die Dauerausstellung im Museum Ladin Ursus ladinicus. Der ausgestopfte Bär wird morgen Freitag vorgestellt, der Unfallfahrer wird zudem vor Ort nochmals die Nacht des Unfalls schildern..

Präparierter Bär und der ihm gewidmete Ausstellungsbereich werden am 12. April vorgestellt

Am Freitag, 12. April um 18 Uhr werden der Bär und der ihm gewidmete Ausstellungsbereich im Vereinshaus „J. B. Rinna“ in St. Kassian in Anwesenheit von Landesrat Florian Mussner vorgestellt.

Der Unfall

In der Nacht vom 7. auf den 8. Juni 2012 kam es auf der Schnellstraße MeBo zu einem spektakulären Verkehrsunfall mit einem Bären. Der Lenker des Unfallwagens Bruno Svaldi und sein Beifahrer blieben zwar unverletzt, das Auto erlitt aber einen Gesamtschaden und der angefahrene Bär wurde traurigerweise getötet.

Dieser Bär, M12 genannt – von HappyTimes seit Beginn etwas freundlicher als „Bär Mike“ bezeichnet (da der 12. Buchstabe im Alphabet ein „M“ ist) –  wurde von der Landesregierung dem Museum Ladin Ursus ladinicus zugeteilt. Dort wurde er vom erfahrenen Tierpräparator Meinrad Forer aus Gais rekonstruiert. Ab Freitag, 12. April, ist er in einem ihm gewidmeten Ausstellungsbereich im ladinischen Bärenmuseum Museum Ladin Ursus ladinicus in St. Kassian zu sehen.

Der Bär Mike M12 war zur Todeszeit etwa zweieinhalb Jahre alt, 1,7 Meter lang und wog stattliche 108 kg. Wie es für junge Bärenmännchen typisch ist verließ er mit eineinhalb Jahren seine Mutter (Anfang Juni 2011) und begann herumzustreunen. Er wanderte nach Süden in Richtung Gardasee, dann wieder in den Norden des Trentino, wo er sich seinem Bruder Nico M13 anschloss. In den darauf folgenden Monaten trieb er sich zwischen Österreich und der Schweiz herum, bevor er Südtirol erreichte und überfahren wurde.

Braunbären gibts in den Alpen seit 40’000 Jahren

Der Braunbär war in den Alpen schon zur Zeit des Ursus ladinicus vor rund 40.000 Jahren verbreitet. Während der Hauptphase der Eiszeit vor 24.000 Jahren ist er aber aus Zentraleuropa und den Alpen verschwunden. Um der Kälte zu entfliehen, wanderte er in südliche Gegenden; der Höhlenbär hingegen war dazu aus noch ungeklärten Gründen nicht in der Lage und starb definitiv aus.

Bär Mike M12 war ein Allesfresser

Durch das neue Bärenmodell M12 ist ein direkter Vergleich zwischen dem Braunbären und dem zu den Höhlenbären gehörenden Ursus ladinicus der Conturineshöhle möglich. Im Gegensatz zu den Höhlenbären, die reine Pflanzenfresser waren, ist der Braunbär ein Allesfresser, was sich auf Gebiss und Schädelform auswirkt. Durch seine große Anpassungsfähigkeit und Wanderlust ist der Braunbär wieder in Teilen des Alpenraums verbreitet, was zu Konflikten mit den Menschen führen kann, wie es am Beispiel des erst kürzlich in der Schweiz erlegten Bären Nico M13 ersichtlich ist.

Der präparierte Bär Mike M12 und der ihm gewidmete Ausstellungsbereich werden morgen am

Freitag, 12. April 2013
um 18 Uhr
im Vereinshaus „J. B. Rinna“ – St. Kassian, Bertostraße

in Anwesenheit von Florian Mussner, Landesrat für ladinische Schule und Kultur, vorgestellt.

Lenker des Unfallwagens wird über den traurigen Unfall mit dem Bären berichten

Bruno Svaldi, der Lenker des Unfallwagens, berichtet über den Unfallhergang, und Herwig Prinoth vom Museum Ladin referiert über den Braunbären; der Tierpräparator Meinrad Forer erläutert die Präparationstechnik. Musikalisch umrahmt wird die Feier vom Kirchenchor St. Kassian. Anschließend wir der präparierte Bär im Museum Ladin Ursus ladinicus enthüllt.

Zusammenarbeit von Chur und St. Kassian?

Wie Museumsdirektor Dr. Stefan Planker gegenüber HappyTimes erwähnt, könnte es durch die beiden Bären Mike M12 und Nico M13 zu einer Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem Südtirol geben. „Der M13 sollte ja in Chur ausgestellt werden. Vielleicht ergibt sich eine Zusammenarbeit zwischen Chur und St. Kassian“, so Planker.

Weitere Informationen unter www.museumladin.it

 

Quelle: Dr. Stefan Planker
Bild: © Dr. Stefan Planker, Museum Ladin

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