Neue TV-Zuschauerzahlen sind endlich verfügbar – aber noch nicht für die Öffentlichkeit

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Bern (ots) – Die beiden von der Mediapulse in Auftrag gegebenen Expertenberichte bestätigen, dass das neue Fernsehpanel zur Ermittlung der TV-Zuschauerquoten internationalen Qualitätsstandards entspricht und nichts gegen eine Datenfreigabe spricht. Die Daten werden nun den TV-Stationen zugespielt. Durch eine Superprovisorische Verfügung von 3+ gegen die Datenfreigabe werden aber die Daten noch nicht öffentlich mitgeteilt. Der Privatsender scheint also grosse Zweifel zu haben, dass die neuen Daten den wirklichen Gepflogenheiten der Fernsehzuschauer entsprechen.

Experten bestätigen generelle Richtigkeit der Messdaten…

Der Fokus der Berichte lag einerseits auf dem Erfüllen internationaler Standards der Fernsehforschung und andererseits auf der Eignung des Panels, die Kleinräumigkeit der Schweiz abzubilden.

Die Berichte kommen zum Schluss, dass das Mediapulse Fernsehpanel internationalen Qualitätsanforderungen entspricht. Das Fernsehpanel bildet eine stichhaltige und valide Basis zum Ziehen von Schlussfolgerungen über das TV-Verhalten der Bevölkerung auch auf der lokalen Ebene. Es weist keine relevanten Mängel auf, die von einer Publikation der ermittelten Daten abhalten könnten. In Vorbereitung des Verwaltungsratsentscheides wurden die beiden Berichte in je einem Hearing mit über 20 Experten aus dem gesamten Kundenkreis inklusive BAKOM diskutiert.

…verlangen aber viele Optimierungsvorschläge

Ganz optimal scheint das neue System aber doch noch nicht zu sein, denn in ihren Berichten machen die Experten nach ihrem grundsätzlichen Einverständnis dann aber doch sehr viele Optimierungsvorschläge für den laufenden Messbetrieb. So empfehlen die Experten namentlich:

  • punktuelle Nachrekrutierungen
  • das Einbeziehen sozioökonomischer Variablen in die Gewichtung,
  • das Überwachen von Haushaltsgrösse und Alter in den Konzessionsgebieten,
  • die Integration von Vertrauensintervallen und
  • die Dokumentation der statistischen Methoden.
  • Weiter wird empfohlen, den Einsatz von zusätzlichen Messtechnologien wie zum Beispiel Watermarking zu prüfen.

Mediapulse muss nun all diese Empfehlungen sowie weitere Fragen und Vorschläge der Kunden aus den Hearings ernst nehmen, prüfen und schauen, wie und ob sie in die neuen Panels umgesetzt werden können. 

Datenfreigabe vorerst nur an Sender und Vermarkter, nicht an Agenturen und die Öffentlichkeit

Auf Basis der Expertenberichte und der Hearings hat der Verwaltungsrat entschieden, die Daten aus dem neuen Mediapulse Fernsehpanel freizugegeben. Die Daten sind im Sinne des Gesetzes hinreichend für Programmveranstalter und wissenschaftliche Forschung und sollen deshalb den Kunden zur zweckdienlichen Nutzung zur Verfügung stehen. Mediapulse kann somit den Schweizer Fernsehmarkt wieder in gewohntem Rahmen mit umfassenden Daten zum Fernsehkonsum versorgen.

Privatsender 3+ ist mit den neuen Zahlen nicht einverstanden

Einzig eine Publikation der Daten sowie deren Abgabe an Agenturen ist Mediapulse zum jetzigen Zeitpunkt wegen einer superprovisorischen Verfügung untersagt. Mediapulse wird deshalb keine Auskunft zu Messdaten einzelner Sender geben. Blick.ch berichtete gestern, dass der Privatsender 3+ die Superprovisorische Verfügung beantragt hat. Offenbar ist der Sender überhaupt nicht mit den neuen Zahlen einverstanden und hat wohl selber ganz andere Messresultate seiner Zuschauerzahlen und -Gruppen erhoben, als die neue Messmethode nun ermittelt haben soll.

„Alte und neue Zahlen sind nicht vergleichbar.“
Mediapulse

Alles zurück auf Null: Neue Zahlen sind mit alten Zahlen nicht vergleichbar

Am 1. Januar 2013 hat Mediapulse auf ein neues Messsystem zur Erfassung des Fernsehkonsums in der Schweiz umgestellt. Das von Grund auf neu rekrutierte Mediapulse Fernsehpanel erfasst nun auch zeitversetztes Fernsehen und Fernsehkonsum über das Internet. Durch verschiedene Neuerungen in der Rekrutierung der teilnehmenden Haushalte wie das Einbeziehen von Haushalten ohne Eintrag im Telefonbuch und solchen, die ausschliesslich via Computer fernsehen, unterscheidet sich die im neuen Panel abgebildete Schweizer Fernsehbevölkerung wesentlich vom Abbild im abgelösten Panel. Zusätzlich wurde die Hochrechnung auf die Bevölkerung auf die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Statistik umgestellt.

„All diese Neuerungen haben zur Folge, dass die alten und die neuen Zahlen zur Fernsehnutzung nicht vergleichbar sind.“ gesteht Mediapulse in ihrer Pressemitteilung ein.

Man fragt sich: Wofür der ganze Aufwand?

Das nun keine Zahlen und Grössen vergleichbar sind, ist für die Werbevermarkter natürlich eine Katastrophe und bedingt einen grossen Zusatzaufwand um die Werbetarife mit den Nutzerzahlen neu abzustimmen und durchzurechnen. Für die Kunden ist es ebenso schwierig, können doch Resultate aus alten Kampagnen nicht mehr mit den Werten der neuen Kampagnen verglichen werden. Ein riesiger Aufwand und man fragt sich: Wofür? Da ja offenbar die neuen Zahlen von Mediapulse – wie das Veto von 3+ beweist – auch nicht den wirklichen Besucherzahlen entsprechen. 

Der Verwaltungsrat der Mediapulse ist sich bewusst, dass zur markttauglichen Einführung des neuen Messsystems Anstrengungen der Vermarkter nötig sind. Sie ist deshalb bereit, die Entwicklung einer Übergangslösung durch den Werbemarkt (beispielsweise in Form einer zeitlich begrenzten Konvention) zu unterstützen.

 

Quelle: OTS
Bild: cc_Amir-Kaljikovic-fotolia.com
 

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