Unfreiwillige Hilfe für die 1:12 Initiative: UBS zahlt ihren Manager Gehälter und Boni in Millionenhöhe – alle Details

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Dürften ähnlich wie Vasella den Initianten unfreiwillig geholfen haben: 3,75 Millionen pro Jahr für UBS VR-Präsident Axel Weber, 8,87 Millionen für Sergio Ermotti (rechts)

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Der neuste Geschäftsbericht der UBS dürfte Öl in das Feuer der 1:12 Initiative sein: Die UBS musste heute in ihrem Geschäftsbericht zähneknirschend einen Verlust von 2,5 Milliarden im Jahr 2012 einräumen, gab aber gleich darauf bekannt, dass dem Top-Management trotz des Verlustes Gehälter und Boni in Millionenhöhe geschenkt werden. Die Gehälter im Detail:

Sergio Ermotti verdient 725’000 Franken im Monat

Konzernchef Sergio Ermotti erhielt im Jahr 2012 satte 8,87 Millionen Lohn, ein Monatsgehalt von 725’000 Franken! Der Grundlohn von Ermotti betrug 2,5 Millionen, dann kamen aber noch 6,37 Millionen an Pensionskassen-Einzahlungen und anderen „Nebenleistungen“ hinzu. 

McCann verdient 8,55 Millionen im Jahr

Fast gleich viel wie der Konzernchef verdiente Robert McCann, der zwar nur Chef des Bereichs Wealth Management Americas ist. Er kassierte 8,55 Millionen Franken.

VR-Präsident Axel Weber verdient 3,57 Millionen – doppelt so viel wie sein Vorgänger

Verwaltungsratspräsident Axel Weber verdiente im vergangenen Jahr 3,57 Millionen Franken, Kaspar Villiger, der den gleichen Job im Jahr zuvor für weniger als die Hälfte, aber immer noch 1,49 Millionen Franken gemacht hatte, bezog im 2012 noch 600’000 Franken, bis er den Tisch für Axel Weber räumte.

The Next Daniel Vasella: Andrea Orcel

Nachdem Novartis-Chef Daniel Vasella nach seinem missglückten 72-Millionen-Boni-Coup vor dem Zorn des Volkes und der Medien sein Heimatland Schweiz heimlich verlassen hat und in die USA „geflüchtet“ ist, hat die Schweiz schon wieder einen neuen Anwärter auf den Thron des „Abzockers der Schweiz“ und einen veritablen Ersatz für Vasella:

Andrea Orcel bezieht „Antrittsentschädigung“ von 26 Millionen Dollar!

Damit der früher bei Merrill Lynch angestellte Andrea Orcel zur UBS wechselte um Chef der Sparte „Investment-Banking“ zu werden, bezahlte ihm die UBS sagenhafte 26 Millionen Franken in einem interessant geschnürten Paket von Aktien und Bargeld. Die UBS bezahlte darin, nebst fast 20 Millionen Dollar-Aktien, dem Neuzugang auch noch über 6 Millionen Dollar bar auf die Hand! Als kleines Willkommensgeschenk zum Jobantritt. Verrückt! Was bei den Angestellten ein Blumenstrauss und ein Gipfeli am ersten Arbeitstag, sind bei den Top-Manager offenbar 26 Millionen Dollar in Bar und Aktienpapieren.

Bei den Angestellten wird gespart

Den Angestellten hingegen bezahlte die UBS übrigens einen um 7% verkleinerten Bonus aus.

Jetzt ist fertig lustig: Im Herbst wird über 1:12 Initiative abgestimmt

Nachdem die Abzocker-Initiative vom Stimmvolk mit 70% JA-Stimmen angenommen wurde, wird im Herbst 2013 über die 1:12 Initiative abgestimmt die festsetzt, dass der Lohn inklusive Boni der Top-Manager maximal 12 mal höher sein darf, als der Lohn der untersten Angestellten.

Würden Sie für 55’000 im Monat in der UBS abends staubsaugen gehen?

Manager der UBS können sich aber trotzdem auch in Zukunft weiterhin 8-Millionen-Gehälter auszahlen lassen, die Initiative verhindert das auf keinen Fall. Doch ist dann der mindeste Lohn der untersten Angestellten einfach ein 12-tel davon. Möchten sich die Herren Weber und Ermotti also auch weiterhin 8 Millionen Franken jährlich auszahlen lassen, beträgt der Lohn des untersten Angestellten der UBS ab 2014 einfach 666’000 Franken jährlich, oder Fr. 55’000 im Monat. 

Argument der Gegner ist falsch: Top-Manager können auch weiterhin Multi-Millionen-Gehälter beziehen! Aber nur wenn sie nicht nur egoistisch sich alleine, sondern auch die Mitarbeiter fürstlich entlohnen

Das Argument, dass Konzerne in der Schweiz bei Annahme der 1:12 Initiative keine Top-Manager mehr anziehen können, ist also nicht wahr. Auch weiterhin können Firmen ihren Top-Manager Gehälter von 8 Millionen oder, wie früher für Daniel Vasella, sogar 40 Millionen pro Jahr bezahlen. Die Initiative macht hier keinerlei Grenze nach oben. Doch dann müssen die Top-Manager auch die Mitarbeiter fürstlich entlöhnen. 

Sich Millionen-Gehälter zu bezahlen, aber bei den Angestellten sparen, geht in Zukunft nicht mehr

Sich selber Wahnsinns-Gehälter auszuzahlen, aber bei den Mitarbeiter zu sparen, das geht in Zukunft nicht mehr. Die Initiative legt so den schon lange nötigen Grundstein für mehr Lohngerechtigkeit. Es ist zu hoffen, dass das Schweizer Volk für diese gerechtere Welt ein JA in die Urnen legen wird.

 

Quelle: UBS AG, AWP Finanznachrichten – Swissquote
Bild: © UBS AG

 

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