UPDATE: Immer noch wird bei Mediapulse AG an neuen TV-Einschaltquoten „gebastelt“ – sind die Quoten der Privatsender so gut?

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Neue Einschaltquoten-Messung lässt auf sich warten. Grosse Frage: Schauen weniger das gebührenfinanzierte Schweizer Fernsehen?

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UPDATE 21.02.2013: Die Zuschauer-Quoten kommen doch immer noch nicht! Begründung: Die Fernseh-Stationen seien „unzufrieden“ mit den Resultaten und hätten die Bekanntgabe in „letzter Minute“ verhindert! Offenbar geht es wirklich ans Eingemachte bei den Quoten. Schauen alle nur noch Privatsender wie 3+ und niemand mehr das Schweizer Fernsehen? Waren die SF-Quoten Jahrzehntelang viel zu hoch angegeben? Ob das Schweizer Fernsehen am meisten Druck gemacht hat um die Zahlen nicht zu veröffentlichen, oder wer genau sich quer stellt, wollte Mediapulse nicht sagen. Auf jeden Fall dürfte ein grösserer Player die Zahlen verhindert haben. Beim Protest eines kleinen Lokalsenders hätte man die Blamage, die Zahlen wieder nicht herauszugeben, bestimmt nicht auf sich genommen. 

Es ist ja auch witzig, dass die Sender die Bekanntgabe ihrer Quoten verhindern können, und dass die nicht einfach neutral und unabhängig mitgeteilt werden. Man kann gespannt sein auf das finale Resultat der neuen Erhebung – wenn sie dann irgendwann kommen…

Original-Artikel vom 13.02.2013: Seit dem 1. Januar wartet die Schweiz immer noch auf die neuen, offiziellen Schweizer TV-Einschaltquoten, die in einem neuen Messverfahren eruiert werden. Die berner Firma Mediapulse AG erhebt seit Dezember die neuen Einschaltquoten auf die wohl vor allem die SRG fingernägelkauend wartet. Denn das neue Messsystem soll ein ganz anderes TV-Verhalten erfassen, als das alte, das die SRG in grauer Vorzeit selber erfunden hatte. Aber die neuen Zahlen kommen einfach nicht! Bereits sind wieder Verschwörungs-Theorien im Umlauf, dass die Zahlen gestoppt wurden, weil die tiefen neuen SRG-Quoten der Initiative zur Abschaffung der Billag-Zwangsgebühren enorm helfen könnten. 

Verwaltungsrat musste über Freigabe der Daten entscheiden

Der Verwaltungsrat der Mediapulse AG hat nun am 31. Januar 2013 entschieden, dass die Freigabe der Daten aus dem Mediapulse Fernsehpanel in der Woche des 18. Februar erfolgen wird. Dass der Verwaltungsrat über eine Freigabe von Daten entscheiden muss, ist schon etwas merkwürdig. Warum macht das nicht ein Projektverantwortlicher? Mediapulse AG wird ja ständig Daten herausgeben, das ist ja ihr Job.

Und was genau macht die Mediapulse AG so lange? Seit über 6 Wochen brüten sie an den Zahlen, obwohl die „Datenerhebung an und für sich problemlos funktioniert“ habe, wie Nico Gurtner von der Mediapulse AG gegenüber der „MontagsZeitung“ erläuterte. Was also macht Mediapulse so lange mit den an und für sich korrekten Daten? „Grosse Teile der Daten sind einwandfrei, es tauchen jedoch gelegentlich Unstimmigkeiten auf. Wie diese im Detail zu Stande kommen, ist Teil der Überprüfung“, sagt Nico Gurtner. 

Mediapulse hat Ergebnisse bereits

„Die Ursachen wurden im Rahmen einer umfassenden Prüfung sämtlicher Prozesse in der Datenaufbereitung eruiert und mittlerweile behoben. Daraufhin wurden die Daten neu gerechnet. Erste Ergebnisse aus dem Januar 2013 liegen der Mediapulse vor“, teilte Mediapulse am 31. Januar mit. „Nach der Komplettierung der Daten erfolgt nun die umfassende Endkontrolle durch die Spezialisten der Mediapulse, gleichzeitig werden die Schnittstellen zu den verschiedenen Software-Tools für den Werbemarkt getestet.“

Dabei hätte das System eigentlich seit langem fixfertig ausgetestet sein sollen, wie Nico Gurtner gegenüber der MontagsZeitung sagte: „Das System war seit dem Dezember vollständig aufgebaut. Entsprechend haben wir das System im Dezember getestet und dabei keine Fehler festgestellt.“

Lässt das „Gebührenmonster“ im Hintergrund die Muskeln spielen?

Die Öffentlichkeit hatte sich gefreut, dass mit der Publica Data AG ein neues unbestechliches System die Einschaltquoten der Schweiz erhebt. Doch nach diesen merkwürdigen Verzögerungen, und das schon bei den allerersten Zahlen, auf die die Medienwelt, die Privatsender wie 3+ und Tele Züri, die SRG und nicht zuletzt die Billag-Gegner seit 6 Wochen gespannt warten, schleicht sich ein leichtes Misstrauen ein, ob die Zahlen wirklich das halten, was man sich von ihnen versprochen hatte.

Sollten sich die im Vorfeld von vielen Medien geäuserten Befürchtungen bewahrheiten, und das Schweizer Fernsehen mit der neu ermittelten Quote tief unter die letztmals erreichten 29 Prozent tauchen, könnte das 1,2 Milliarden-„Gebührenmonster“ vielleicht doch etwas die Muskeln spielen lassen und sich nicht einfach so von einer kleinen Datenfirma aus Bern ans Bein pinkeln lassen. Eine wesentlich tiefere Quote der SF-Kanäle wäre natürlich Wasser auf die Mühlen der Billag-Abschaffungs-Initiative

 

Die neuen Media-Zahlen der Schweiz:

Seit Januar 2013 werden die Schweizer Fernseheinschaltquoten mit dem Messgerät 5000 Series PeopleMeter von Kantar Media erfasst, das die neuen digitalen Empfangsmöglichkeiten und die fortschreitende Individualisierung des Fernsehangebotes berücksichtigt, vor allem das Zeitversetzte Ansehen von TV-Sendungen mit Festplatten-Recordern und das Fernsehen via Computer.

Das Schweizer Fernsehpanel, umfasst 1918 Haushalte: Deutschsprachige Schweiz: 1’029; französischsprachige Schweiz: 619; italienischsprachige Schweiz: 270. Im Jahr 2012 wurden damit die 3 204 497 Fernsehhaushalte der Schweiz abgebildet. Ein Panelhaushalt steht demnach für 1671 Schweizer Haushalte, in der italienischsprachigen Schweiz für 543 Fernsehhaushalte.

 

Quelle: www.montagszeitung.ch , Publicadata.ch, Wikipedia
Bild: © cc_Peter-Atkins-fotolia

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