Schweiz herrsch über das Weltall: Schweiz bis 2015 Co-Präsidentin der Weltraumorganisation ESA

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Raumtransporter ATV 3 © NASA

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Bern, 21.11.2012 – An der ESA-Ministerratskonferenz, die heute in Neapel zu Ende gegangen ist, übernahmen die Schweiz und Luxemburg die Kopräsidentschaft der Europäische Weltraumorganisation (ESA) für die Jahre 2012–2015. Helvetia herrscht also die nächsten Jahre über das Weltall und ihre erkundenden Projekte.

Der Ministerrat traf wichtige Entscheidungen zur Zukunft der europäischen Trägerraketen, der In-ternationalen Raumstation und der Beziehungen zwischen der ESA und der EU. Die Konferenz wurde von Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio kopräsidiert.

10 Milliarden für neue Generation von Wetter- und Fernmeldesatelliten

Neben wichtigen Entscheidungen zur Zukunft der europäischen Trägerraketen Ariane und Vega und der europäischen Beteiligung an der Internationalen Raumstation ISS beschlossen die Minister auch neue gemeinsame Aktivitäten. Diese dienen der Entwicklung einer neuen Generation von Wettersatelliten und einer neuen Plattform für Fernmeldesatelliten. Die Minister sprachen dafür einen Betrag von 10 Mia. Euro, was im heutigen wirtschaftlichen Umfeld einen beträchtlicher Erfolg darstellt.

Werden die neuen Wettersatelliten das Schweizer Wetter endlich verlässlicher vorhersagen können? Sonst hätte man die 10 Milliarden besser den Wetterschmöckern aus dem Muotathal geschenk! 🙂 

Flüge von ATV 4 und ATV 5 können finanziert werden

Die im Bereich der Trägerraketen getroffenen Entscheidungen werden Europa mittel- und langfristig den Zugang zum Weltraum sichern und die Wettbewerbsfähigkeit Europas auf dem weltweiten Markt stärken. Bezüglich der Internationalen Raumstation ISS wird die ESA die Flüge der Raumtransporter ATV 4 und ATV 5 in den Jahren 2013 und 2014 finanzieren können. Mit den in Neapel gefassten Beschlüssen bleibt Europa bis 2020 ein verlässlicher Partner der ISS.

Erörtert wurde an der Ministerkonferenz auch die Frage der Zusammenarbeit und einer künftigen Annäherung zwischen der ESA und der Europäischen Union. Diese ist im Raumfahrtbereich ebenfalls tätig, namentlich über die Umsetzung der gemeinsamen Programme Galileo und GMES. Die Minister legten ein Vorgehen fest, mit dem die Kohärenz und Komplementarität der Tätigkeiten im Raumfahrtbereich gestärkt und die europäischen Ressourcen und Kapazitäten optimal genutzt werden sollen. Mit ihren gezielten Beiträgen gibt die Schweiz ihren Forschenden die Möglichkeit, sich an den wissenschaftlichen Tätigkeiten der ESA zu beteiligen, namentlich im Bereich der Erdbeobachtung, der Mikrogravität und der Weltraumwissenschaften. Mit den Weltraumtätigkeiten können auch weiterhin wichtige technologische Nischen, wie beispielsweise Atomuhren, besetzt und neue entwickelt werden. Dank diesen Investitionen kann sich die schweizerische Industrie weiterhin in Spitzentechnologien, beispielsweise im Bereich der Trägerraketen, behaupten.

Schweiz ist an ESA jährlich mit 150 Millionen Franken beteiligt

Die Schweiz als Gründungsmitglied der ESA beteiligt sich an den Aktivitäten der Europäischen Weltraumorganisation in der Höhe von rund 150 Mio. Franken pro Jahr. Dank dieser Investition können ETH, Universitäten und Fachhochschulen sowie die schweizerische Industrie an Weltraummissionen mitarbeiten und zwar in verschiedenen Phasen: von der wissenschaftlichen Spitzenforschung über die Entwicklung von Prototypen bis zur industriellen Umsetzung. Die im nationalen Rahmen getätigten technologischen Errungenschaften sowie die Exzellenz der in den raumfahrtbezogenen Bereichen entwickelten Instrumente tragen zur Stärkung der Stellung der Schweiz im Bereich Forschung und Innovation bei. Das dadurch gewonnene technologische Wissen und Know-how führt auch zur Entwicklung von Produkten, die von Weltraumanwendungen abgeleitet sind und in weiteren Bereichen wie Verkehr, Landwirtschaft und Umweltmanagement mit hohem Mehrwert genutzt werden können.

 

Quelle: Staatssekretariat für Bildung und Forschung
Bild: © NASA

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