Expert aus dem In- und Ausland diskutieren Zukunft der Pflanzenzüchtung

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Bern, 15.11.2012 – Stehen unserer Landwirtschaft zukünftig noch geeignete Pflanzensorten zur Verfügung? Ist unsere Ernährung durch die ‚Saatgutmultis‘ gefährdet? Muss sich der Staat stärker in der Pflanzenzüchtung engagieren? Eine Fachtagung des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) hat Konsens und Strittiges rund um diese wichtigen Fragen aufgezeigt. Das BLW wird nun den Handlungsbedarf evaluieren und gegebenenfalls Massnahmen entwickeln und einleiten.

Konzentration der Saatgutbranche und deren Auswirkungen auf die Ernährungssicherung, Züchtung bei immer weniger Pflanzenarten, konventionelle und biologische Pflanzenzüchtung – diese Themen bewegen: Sie haben über die letzten Monate und Jahre zahlreiche Kampagnen, Medienberichte und parlamentarische Vorstösse ausgelöst. Zuletzt hat Nationalrätin Maya Graf den Bundesrat aufgefordert, die staatliche Pflanzenzüchtung in der Schweiz von heute 20 auf künftig 60 Arten auszudehnen.

Das BLW lud gestern zur Fachtagung ein mit dem Ziel, eine Bestandsaufnahme der heutigen Situation zu machen und zu erwartende Entwicklungen einzuschätzen. 11 Referate ausgewiesener Fachleute aus der Schweiz und der EU gaben Stoff zu Diskussionen unter den 100 Tagungs­teilnehmern. Die Schwerpunkte waren:

  • Züchtungsfirmen, Firmenstruktur und Zuchtprogramme
  • genetische Vielfalt im Pflanzenbau und Ernährungssicherheit
  • private Pflanzenzüchtung und ihre Finanzierung versus staatliche oder staatlich unterstützte Züchtung

BLW-Vizedirektorin Eva Reinhard fasste die ersten gewonnenen Erkenntnisse aus Sicht des BLW am Tagungsende zusammen. «Die Tagung hat gezeigt: Es braucht weiterhin eine leistungsstarke Pflanzenzüchtung, die auf die spezifischen Bedürfnisse der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft ausgerichtet ist. Zu klären bleibt, auf welche Arten fokussiert werden soll und welche Form der Zusammenarbeit zwischen privaten und staatlichen Akteuren im In- und Ausland die besten Sorten hervorbringt.», betonte Reinhard.

Die Erkenntnisse aus der Tagung werden nun durch das BLW vertieft ausgewertet und darauf basierend allfällige Massnahmen erarbeitet und eingeleitet. Dieser Prozess wird voraussichtlich mehrere Monate dauern.

 

Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft
Bild:  © HappyTimes

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