Winterzeit: Am Sonntag wurden die Uhren umgestellt – Steigt Europa bald wie Russland aus der Zeitumstellung aus?

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Am Sonntag, 28. Oktober 2012, endete die Sommerzeit: Die Uhren wurden nachts um 3 Uhr wieder auf 2 Uhr zurückgestellt. So kann man die schönste Stunde der Nacht gleich zweimal erleben. Also für alle, die jetzt ratlos vor Ihrer Taschenuhr sitzen: Zeiger eine Stunde zurückdrehen!

Wann ist die Sommerzeit im nächsten Jahr 2013 ?

Im kommenden Jahr wird die Sommerzeit vom 31. März bis am 27. Oktober dauern, vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober.

Russland schaffte 2011 die Zeitumstellung ab

Ausser die Schweiz wird bis dann die von vielen wegen der Umstellung ungeliebte Zeitumstellung abschaffen. So wie es Russland unlängst gemacht hat: Russlands Regierung unter Präsident Dmitri Medwedew beschloss letzten Herbst, die Sommerzeit einfach als Normal-Zeit stehen zu lassen und gar nicht mehr auf Winterzeit (Winterzeit gibt es eigentlich nicht, sondern sie wird korrekt „Normalzeit“ genannt) zurückzuschalten und somit die nervige Zeitumstellung abzuschaffen. Vielleicht wird die Schweiz und andere Länder eines Tages diesem Beispiel folgen?

Zeitumstellung erst 1975 nach Ölkrise beschlossen – Spar-Hoffnungen erfüllten sich nie

So könnte die erst 1975 eingeführte Sommerzeit nach 40 Jahren wieder abgeschafft werden. Denn erst im Jahr 1975 beschlossen die meisten Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaft die Einführung der Sommerzeit. Die Umsetzung erfolgte ab 1977. Sinn der Zeitumstellung war eine erhoffte bessere Nutzung des Tageslichtes um vor dem Hintergrund der Ölkrise 1973 Energie zu sparen. Diese theoretische Hoffnung Energie einsparen zu können trat aber leider nie ein, zudem gibt es bessere und weniger aufwändige Alternativen. 

Zeitumstellung bringt keine Energie-Ersparnis – im Gegenteil: Es muss mehr geheizt werden

Dass die erwünschte Energieeinsparung durch die saisonale Zeitumstellung nicht erreicht wurde, bestätigte die Bundesregierung 2005 auf eine Anfrage der FDP-Fraktion. Das Umweltbundesamt stellte keine positiven Energiespareffekte fest, da die Einsparung an Strom für Beleuchtung durch den Mehrverbrauch an Heizenergie durch die Vorverlegung der Hauptheizzeit „überkompensiert“ werde.

Das heisst, man benötigt zwar weniger Licht, muss dafür aber viel mehr heizen. Unter dem Strich wird durch die Zeitumstellung also sogar mehr Energie verbraucht, als wenn man keine Zeitumstellung hätte! Somit trat genau das Gegenteil ein von dem, was eigentlich beabsichtigt war. Der zunehmende Einsatz von Energiesparlampen verstärkt diesen Effekt noch in Zukunft: Eine Stunde mehr Licht braucht mit Energiesparlampen viel weniger Energie als eine Stunde mehr zu heizen. Die Zeitumstellung ist also von der Technik längst überholt worden.

Deutschland wollte 2009 nicht alleine aus der Zeitumstellung aussteigen

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Doch leider wurde 2009 ein Alleingang Deutschlands aus der Zeitumstellung erneut abgelehnt, weil eine einheitliche Zeitregelung „für ein reibungsloses Funktionieren des Binnenmarktes unerlässlich“ sei. Deutschland wollte nicht Vorreiter und Wegbereiter sein für das Abschaffen der Zeitumstellung.

Es gäbe also als Alternative nur einen Ausstieg aller EU-Länder gemeinsam auf einen einheitlichen Zeitpunkt hin.

Wären Sie für eine Beendigung der Zeitumstellung? Schreiben Sie uns Ihre Meinung im Kommentarfeld unten!

  

Quelle: Wikipedia, Schweizer Bundesamt für Metrologie
Bild: cc_LanaK-Fotolia.com

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