Don’t let the Sun go down: Vielversprechende Solar Millennium kämpft ums Überleben

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HappyTimes berichtete häufig hoffnungsvoll über Solar Millennium AG, der Solarkraftwerk-Entwicklerin, die weltweit grösste Energiewerke allein mit der Kraft der Sonne plante, baute und betrieb. Nun strahlt die Solargruppe etwas durch Wolken verdeckt: Die Projekte gedeihen ausgezeichnet – doch plötzlich bleiben lange versprochene Zahlungen aus. Ob der Einfluss der Ölindustrie dahinter steckt?

Solar Millennium AG hat am Mittwoch beim zuständigen Amtsgericht Fürth Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Herrn Rechtsanwalt Volker Böhm vom Nürnberger Büro der Insolvenzverwaltungskanzlei Schultze & Braun. Volker Böhm hat sich unmittelbar nach seiner Bestellung zum Hauptsitz des Unternehmens nach Erlangen begeben und macht sich derzeit ein Bild der Lage.

Böhm wird zunächst prüfen, ob eine Fortführung des Geschäftsbetriebs im vorläufigen Insolvenzverfahren möglich ist. Ist dies der Fall, wird er sich um die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes bemühen, um pünktliche Lohn- und Gehaltszahlungen für die Beschäftigten der Solar Millennium AG im gesetzlichen Rahmen zu sichern.

Das Unternehmen befand sich bereits seit September in weit fortgeschrittenen Verhandlungen zum Verkauf der US-Projektpipeline. Es besteht weitgehendes Einvernehmen über die Transaktion; wesentliche Verträge wurden bereits unterzeichnet. Bis dahin sahen die Geschäfte gut aus.

Verträge wurden nicht verbindlich bestätigt

Allerdings sind nun einzelne Bedingungen für die Wirksamkeit der Verträge bislang nicht eingetreten. Höhe und Zeitpunkt der Zahlungsflüsse konnten bis zuletzt nicht verbindlich bestätigt werden.

Auch intensive Verhandlungen mit Investoren über einen Einstieg in das Projekt Ibersol konnten nicht zu einem Abschluss geführt werden.

Beide Transaktionen hätten über den aktuellen Liquiditätsbedarf hinaus Mittel generiert, die die Basis für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft gelegt hätten.

Zum Schritt der Insolvenz gezwungen

Vorstand und Aufsichtsrat bedauern diese Entwicklung sehr. Im Bemühen, für Aktionäre und Gläubiger vorhandene Werte zu erhalten, sahen sich die Organe der Gesellschaft zu diesem Schritt gezwungen.

Vielleicht, wie so oft, ergibt sich auch hier noch eine Rettung in letzter Sekunde, zum Wohle der Umwelt und zum Wohle einer grossartigen Idee, die unermessliche Kraft der Sonne als Energiequelle für zukünftige Generationen zu nutzen.

Wir wünschen Solar Millenium AG viel Erfolg beim schwierigen Insolvenzverfahren und hoffen, dass sie wie Phöenix einst aus der Asche gen Himmel aufsteigen und ikarusgleich wieder Richtung Sonne fliegen! Doch mahnend rufen auch wir die Worte Vater Ikarus dem aufstrebenden Sprössling hinterher: „Flieg nicht zu hoch, Ikarus! Flieg nicht zu hoch!“

 

Für unsere Musik-Fans: Unser Artikel-Titel wurde dem Song „Don’t Let The Sun Go Down On Me“ von George Michael und Elton John entlehnt:

Quelle und Bild: Solar Millenium
Video: Youtube – Music video by George Michael;Elton John performing Don’t Let The Sun Go Down On Me. (c) 1991 Sony BMG Music Entertainment (UK) Limited

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