2011 gute Ernten: Einkommen der Bäuer um 2,8 Prozent gestiegen

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Neuchâtel, 03.10.2011 (BFS) – Gemäss ersten Schätzungen ist das Einkommen des Schweizer Landwirtschaftssektors im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent gestiegen. Soweit einige Ergebnisse der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung, die das Bundesamt für Statistik (BFS) erarbeitet.

Insgesamt werden für das Jahr 2011 gute Erträge bei der pflanzlichen Produktion erwartet, die die geschätzte Wertabnahme bei der Grasproduktion grösstenteils kompensieren. Bei der tierischen Produktion hat der Einbruch des Schweinepreises das gesteigerte Produktionsvolumen aufgehoben.

Die landwirtschaftlichen Dienstleistungen und die Nebentätigkeiten nehmen weiter zu.

Der Gesamtproduktionswert dürfte sich auf 10,3 Milliarden Franken belaufen und somit nahezu den Vorjahreswert erreichen (-0,4% oder -40 Millionen Franken). Die öffentlichen Beiträge (Direktzahlungen) für den landwirtschaftlichen Sektor nehmen um 1,4 Prozent zu (+39 Millionen Franken), während die Produktionskosten um 0,7 Prozent (-76 Millionen Franken) zurückgehen.

Der Saldo, das heisst das Einkommen des Landwirtschaftssektors, das hauptsächlich die Arbeit und das eingesetzte Kapital der Bauernfamilien entschädigt, wird für das Jahr 2011 auf über 2,7 Milliarden Franken geschätzt. Dies entspricht einer Einkommenserhöhung von rund 75 Millionen Franken gegenüber 2010 (+2,8%).

Weniger Beschäftigte, dafür Einkommenszunahme

Der Trend hin zu weniger Betrieben und Beschäftigten in der Schweizer Landwirtschaft dürfte sich 2011 fortsetzen. Gemäss ersten Schätzungen wird das landwirtschaftliche Arbeitsvolumen 2011 um rund 0,8 Prozent sinken, was einen vergleichbaren Rückgang wie 2010 bedeutet. Nach den Einkommenseinbussen der Jahre 2009 (-4,4%) und 2010 (-1,0%) nimmt das gesamte vom Agrarsektor erzeugte Entgelt für die Arbeitnehmenden und die Selbstständigerwerbenden um 2,1 Prozent zu und das Entgelt pro Arbeitseinheit steigt um 2,9 Prozent.

Tierhaltung macht fast die Hälfte des Produktionswertes aus

47 Prozent des Produktionswertes der Landwirtschaft – welcher mit 2010 vergleichbar ist – stammen aus der tierischen Produktion. Das Angebot an Schlachtschweinen bleibt nach wie vor stark. Rund 20% der tierischen Produktion entfallen auf die Schweinehaltung.

Von der tierischen Produktion stammt beinahe die Hälfte aus der Milchproduktion. Das Produktionsvolumen blieb konstant, so dass der Milchproduktionswert von 2,1 Milliarden Franken mit jenem des Vorjahres vergleichbar ist.

Mehr Eier und Geflügel

Demgegenüber stieg die Geflügel- und Eierproduktion weiter an (+1,3%) und erreichte damit beinahe 10 Prozent des Wertes der tierischen Produktion.

Gute Ernten im Jahr 2011 – Steigerung um 6,6 Prozent

Im Jahr 2011 macht die pflanzliche Produktion 43 Prozent des Gesamtproduktionswertes der Schweizer Landwirtschaft aus. Nach einem Winter mit geringen Niederschlägen gab es einen warmen und trockenen Frühling und einen feuchten und kalten Sommeranfang.

Der Produktionswert im Ackerbau (Getreide, Zuckerrüben, Ölsaaten, Kartoffeln) nahm 2011 um 6,6 Prozent und in den Spezialkulturen (Obst und Gemüse, Wein- und Gartenbau) um 1,5 Prozent zu. Für die Grasproduktion waren die Bedingungen hingegen nicht optimal und hatten einen Einbruch des Produktionswertes beim Futterbau von 12,2 Prozent zur Folge.

Die landwirtschaftlichen Dienstleistungen und die Nebentätigkeiten nehmen weiter zu

Die landwirtschaftlichen Dienstleistungen und die sonstigen Nebentätigkeiten, die 2011 auf 659 bzw. 364 Millionen Franken geschätzt werden, machen rund 10 Prozent des Gesamtproduktionswertes aus und verzeichnen damit eine weitere Zunahme. Nach einem bemerkenswerten Aufschwung der landwirtschaftlichen Dienstleistungen seit den 1980er-Jahren, ist nun eine Verlangsamung dieses Anstiegs zu verzeichnen (+0,6% gegenüber 2010).

Die Diversifizierung der Einkommensquellen, die über die typischen landwirtschaftlichen Tätigkeiten hinaus geht, ist eine Realität der Schweizer Landwirtschaft. Die nicht trennbaren nichtlandwirtschaftlichen Nebentätigkeiten wie die Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen auf dem Hof, die Haltung von Pensionstieren (Pferde) oder die Übernachtungen von Touristen (Schlafen im Stroh) haben gegenüber 2010 um 6,9 Prozent zugenommen.

Geringere Produktionskosten auch dank tiefem Schweizer Franken

Die Produktionskosten sind im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen (-0,7%) und bestätigen den seit 2009 beobachteten Trend. Die Erdölpreise sind im ersten Halbjahr 2011 weiter gestiegen, was sich auf die Kosten der fossilen Energien und der Düngemittel ausgewirkt hat. Demgegenüber konnten die meisten sonstigen Produktionsmittel von einer gewissen Preisstabilität – unter anderem dank des starken Schweizer Frankens – profitieren.

Die Abschreibungen, die die Abnutzung der Anlagen (Gebäude, Ausrüstungen, Pflanzungen) messen, gehen um 4,6 Prozent zurück.

Die öffentlichen Beiträge sind ein wichtiger Bestandteil des Einkommens

Die seit über 15 Jahren andauernde schrittweise Öffnung der Agrarmärkte liess die Preise der Landwirtschaftsprodukte vor allem im letzten Jahrzehnt einbrechen. Diesem Preisrückgang haben insbesondere der Strukturwandel (Abnahme der Anzahl Betriebe und Beschäftigte) und die Direktzahlungen entgegengewirkt.

Über 2,9 Milliarden Direktzahlungen – Zunahme um 1,4 Prozent

Gemäss ersten Schätzungen haben die öffentlichen Beiträge 2011 um 1,4 Prozent zugenommen. Diese Beiträge sollen insbesondere die schwierigen Produktionsbedingungen im Berggebiet ausgleichen, ökologische Leistungen der Schweizer Bauernbetriebe honorieren und Projekte zur regionalen Entwicklung fördern.

Mit über 2,9 Milliarden Franken machen diese öffentlichen Beiträge 22 Prozent der Gesamtressourcen des Schweizer Agrarsektors aus.

Quelle: BUNDESAMT FÜR STATISTIK – Bild: Fotolia

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