Schweizer Nationalbank lockert Geldpolitik: Senkung Leitzins 2024 auf 1,5%

Schweizer Nationalbank senkt Leitzins - Palette mit 100 Franken Noten.

Endlich starten die lang erwarteten Zinssenkungen der Nationalbanken. Die Schweizerische Nationalbank prescht vor und senkt als erste Nationalbank den Leitzins per sofort um 0,25 Prozentpunkte von 1,75% auf neu 1,5%. Die Zinsänderung gilt ab morgen, 22. März 2024. Der Entscheid kommt überraschend, hatte die Fed, die Nationalbank der USA, erst gestern verkündet, dass sie den Zinssatz weiterhin gleich behält, aber nicht senkt.

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Die Lockerung der Geldpolitik wurde möglich, weil die Teuerung in der Schweiz von aktuell 1,2% nun seit einigen Monaten wieder unter 2% lag. Sie ist somit im Bereich, den die Nationalbank mit Preisstabilität gleichsetzt: Das gewünschte Band der SNB beträgt von 0 bis 2%. Die Nationalbank sorgt sich ebenfalls um die Wirtschaft, die durch die Zinsanhebungen an Dynamik verloren hat, und um den Immobilienmarkt.

Balance-Akt Zinssatz: Inflation bekämpfen ohne die Wirtschaft abzuwürgen

Das Festlegen des Zinssatzes ist immer ein Balanceakt zwischen Bekämpfung der Inflation aber dem nicht zu starken Ausbremsen der Wirtschaft und des Immobilienmarktes. Nun scheint die Wirtschaft durch die höheren Zinsen so stark abgebremst worden zu sein, dass eine Senkung möglich und nötig ist. Handel, Baubranche und Immobilienmarkt ächzen unter den stark angehobenen Zinssätzen. Damit ist nun Schluss.

In der Schweiz wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) im vierten Quartal des vergangenen Jahres nur mässig. Der Dienstleistungssektor expandierte erneut, während die Wertschöpfung in der Industrie stagnierte. Die Arbeitslosigkeit stieg weiter etwas an, und die gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten waren normal ausgelastet. Die Wirtschaft kann also durchaus einen positiven Input von der Zinsfront vertragen um wieder richtig in Schwung zu kommen. Um nicht in komplette Lethargie zu verfallen.

Schweizer BIP soll 2024 um 1% wachsen

In den kommenden Quartalen dürfte das Wachstum verhalten bleiben. Dämpfend wirken die schwache Nachfrage aus dem Ausland und die reale Aufwertung des Frankens im vergangenen Jahr. Insgesamt dürfte das BIP (das Brutto-Inlandprodukt) in der Schweiz dieses Jahr um rund 1% wachsen. In diesem Umfeld dürfte die Arbeitslosigkeit ihren graduellen Anstieg fortsetzen, und die Auslastung der Produktionskapazitäten dürfte sich weiter etwas zurückbilden, so die SNB in ihrer Mitteilung.

Sinssatz soll offenbar weiterhin bei 1,5% bleiben

Im Jahresdurchschnitt liegt die prognostizierte Inflation bei 1,4% für 2024, 1,2% für 2025 und 1,1% für 2026 (vgl. Tabelle). Die Prognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum 1,5% beträgt. Eine weitere schnelle Senkung des Zinssatzes wieder Richtung Null scheint die SNB gemäss dieser Prognose also offenbar nicht zu planen.

Quelle: SNB Schweizerische Nationalbank

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