Die Schweiz hat 2023 genügend Ackerböden für die Ernährungssicherheit der Bewohner

In der Schweiz sind 445’680 Hektar Fruchtfolgeflächen (FFF) gesichert. Dabei handelt es sich um diejenigen Böden mit dem höchsten landwirtschaftlichen Ertragspotenzial. Sie sollen die Selbstversorgung bei schweren Mangellagen sicherstellen. Zur Zeit zählen 31% aller Landwirtschatsflächen zu diesen ausgwählten, besonders ertragreichen und ertragssicheren Böden. Laut der ersten FFF-Statistik des Bundes erfüllt die Schweiz 2023 damit den vorgegebenen Mindestumfang und kann die 8,9 Millionen Bevölkerung bei einer Notlage über längere Zeit selber ernähren.


Mindestens 438’460 Hektar Fruchtfolgeflächen muss die Schweiz gemäss dem Sachplan FFF sichern. Die erste Erhebung des Bundes zeigt, dass dieser Umfang mit 445’680 Hektar leicht übertroffen wird, und zwar um 7’220 Hektar. Demnach sind heute gegen 11 Prozent der Landesfläche als FFF gesichert. Pro Person stehen 506 m² zur Verfügung. Zu diesem Ergebnis tragen alle Kantone und 90 Prozent aller Gemeinden bei. Die Sicherung der FFF ist ein gemeinschaftliches Ziel.

Plan: Die Schweizer Bevölkerung bei einer Notlage länger selber ernähren

Die vorliegende erste Ausgabe der FFF-Statistik ist Teil des 2020 überarbeiteten Sachplans FFF. Dieser Sachplan ist ein Instrument des Bundes, um landwirtschaftlich wertvolle Böden zu sichern. Damit soll die Schweiz im Fall einer lang anhaltenden schweren Mangellage die Ernährung der Bevölkerung selbst gewährleisten können.

Gleichwohl stehen die Fruchtfolgeflächen unter Druck. Der Raumbedarf der Gesellschaft nimmt zu. Zuwanderung, Wohnen, Freizeitaktivitäten, Mobilität und Energiegewinnung haben den Verbrauch von Boden ansteigen lassen. Besonders davon betroffen waren die Landwirtschaftsflächen und damit zuweilen auch die FFF.

Der Druck auf die Fruchtfolgeflächen könnte sich angesichts des Wachstums von Bevölkerung und Wirtschaft und angesichts der Bedürfnisse der Gesellschaft in Zukunft verschärfen. Daher müssen der Bund und die Kantone dafür sorgen, die FFF gemäss Sachplan langfristig zu erhalten. Wenn FFF anderweitig beansprucht werden, sollten sie soweit möglich kompensiert werden. Bei Bundesvorhaben sieht der Sachplan FFF vor, dass sämtliche beanspruchten Fruchtfolgeflächen vollständig zu kompensieren sind.

Was sind Fruchtfolgeflächen (FFF)?

FFF sind diejenigen Ackerflächen mit dem höchsten Ertragspotenzial und der höchsten Ertragssicherheit. Laut der Statistik machen sie heute knapp 31 Prozent der gesamten Landwirtschaftsfläche der Schweiz aus. Die Sicherung dieser Flächen ist Sache der Kantone. Der Sachplan FFF gibt ihnen das jeweilige Kontingent vor. Dabei werden die unterschiedlichen topographischen und klimatischen Verhältnisse in den Kantonen berücksichtigt. Die Rahmenbedingungen zur Festlegung von FFF unterscheiden sich daher von Kanton zu Kanton. Folglich haben nicht alle gesicherten Flächen dieselbe Bodenqualität. Weiter bestehen kantonale Unterschiede bei der Erfassung der FFF und der Datenqualität.

2’340 Kalorien pro Schweizer in einer längeren Notlage – zu essen gibts dann noch Kartoffeln, Pasta, Brot und: Schokolade?

Der vorgegebene schweizweite Mindestumfang von 438’460 Hektar FFF ist berechnet nach einem Kalorienbedarf von 2’340 kcal pro Tag und Person. Dieser Bedarf soll im Falle einer schweren Mangellage durch vier Kulturen gedeckt werden: Kartoffeln, Getreide, Raps und Zuckerrüben (für die Schweizer Schokolade?).

Erster nationaler Überblick 2023 – nächster folgt 2027

Laut dem Sachplan FFF ist die Schweiz das einzige Land, das ihre Fruchtfolgeflächen sichert. Die neue Statistik wurde vom Bundesamt für Raumentwicklung zusammen mit den Kantonen sowie den Bundesämtern für Umwelt, für Landwirtschaft und für wirtschaftliche Landesversorgung erstellt. Sie erlaubt erstmals einen schweizweiten Überblick über die gesicherten Fruchtfolgeflächen FFF in den Kantonen. Gesichert heisst: Die Flächen können, aber müssen nicht bereits für den Ackerbau genutzt werden. Sie müssen aber schnell für den Anbau bereitstehen und innert eines Jahres Ertrag abwerfen. Die gesicherten FFF können also nicht überbaut oder versiegelt werden.

Mit der zweiten Ausgabe der Statistik im Jahr 2027 werden weitergehende vergleichende Analysen möglich sein.

Quelle: Bundesamt für Raumentwicklung ARE

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