Schweiz verkauft sich gut: 19 Milliarden Handelsüberschuss – zweithöchstes Plus in der Geschichte

Seit Jahren weist die schweizerische Handelsbilanz im grenzüberschreitenden Warenverkehr einen Überschuss auf. So betrug der Aktivsaldo im Jahr 2010 über 19 Mrd. Fr., was das zweithöchste Plus in der Geschichte darstellte. Gegliedert nach Waren tragen allerdings nur 3 der 12 Hauptgruppen zum Überschuss bei; eine zentrale Bedeutung spielt dabei die Pharmasparte.Abgesehen vom Jahr 2000 erzielt die Schweiz seit 1993 durchgehend einen Überschuss1 im Warenhandel mit dem Ausland. Besonders massiv fiel der Aktivsaldo zwischen 2008 und 2010 aus, in welchen sich dieser auf rund 20 Mrd. Fr. belief. Seit dem Jahr 2006 ist der Exportüberschuss in zweistelliger Milliarden-Höhe.

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Die massive Ausweitung des Überschusses in den letzten Jahren ist auch Ergebnis des unterschiedlichen Wachstumstempos zwischen den Exporten und Importen. So betrug die durchschnittliche Wachstumsrate im Zeitraum 2000 bis 2010 exportseitig 4,3 % und importseitig 3,1 % pro Jahr. Absolut betrachtet, stellt das immerhin eine Differenz von durchschnittlich 2 Mrd. pro Jahr dar.
Chemikalien generieren einen Überschuss von 38 Mrd. Fr.
Von den 12 Warenhauptgruppen weisen 3 einen Aktivsaldo auf, d.h. in diesen Seg-menten exportiert die Schweiz wertmässig mehr als sie importiert. Gigantisch ist da-bei der Exportüberschuss in der Sparte Chemikalien und Pharmazeutika, der sich im Jahr 2010 auf 38 Mrd. Fr. belief. Diese Branche war mit einem Anteil von 40 % an der Gesamtausfuhr zugleich die umsatzkräftigste. Der zweithöchste Beitrag stammte von der Gruppe Präzisionsinstrumente, Uhren und Bijouterie, die insgesamt einen Überschuss von 18 Mrd. Fr. erzielte. Gerade bei Pharmazeutika, Uhren und Präzisi-onsinstrumenten handelt es sich um wertschöpfungsintensive und höherpreisige Qualitätserzeugnisse, die konjunkturellen Schwächephasen und Wechselkursver-schlechterungen besser Stand halten können. Die Maschinen- und Elektronikindust-rie als Dritte im Bunde steuerte im Jahr 2010 insgesamt 5 Mrd. Fr. Überschuss bei.

Während die 3 Hauptgruppen im Jahr 2010 miteinander einen Aktivsaldo von fast 62 Mrd. Fr. auf die Waage brachten, wiesen die übrigen 9 Gruppen zusammen ein Pas-sivum von 42 Mrd. Fr. auf. Am höchsten war das Defizit in der Sparte Fahrzeuge (- 12,6 Mrd. Fr.), namentlich Personenautos. Deutlich mehr importiert als exportiert die Schweiz auch im Bereich Energieträger (- 7,7 Mrd. Fr.). Defizitär sind ferner die Segmente Textilien, Bekleidung und Schuhe (- 5,6 Mrd. Fr.) sowie land- und forst-wirtschaftliche Produkte und Fischerei (- 4,9 Mrd. Fr.).
Ein Blick auf den Exportüberschuss in den Jahren 2005 sowie 2000 zeigt, dass in-nerhalb des Trios keine Rangverschiebung stattgefunden hat. Hingegen vergrösserte sich der Abstand zwischen den 3 Sparten kräftig, so namentlich jener zu den Chemi-kalien und Pharmazeutika.

Eidgenössische Zollverwaltung

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