Handelsbilanz: Höchster je gemessener Überschuss – Uhren und Maschinen legen zu, Importe aus China steigen um 25 Prozent

Die Exporte stiegen im Juli 2010 um 3,7 % auf 16,8 Mrd. Fr. Arbeitstagbereinigt – der Berichtsmonat umfasste einen Arbeitstag weniger – resultierte eine Zunahme von 9,3 %. Trotz einer leichten Abflachung setzte sich das Trendwachstum insgesamt fort.

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Höchster je gemessener Überschuss in der Handelsbilanz

Die Handelsbilanz verzeichnete mit + 2,9 Mrd. Fr. den höchsten je gemessenen Überschuss auf Monatsbasis. Innert Jahresfrist stieg der Aktivsaldo damit um 30 %.

Der schweizerische Aussenhandel legte in der Periode Januar bis Juli 2010 in bei-den Verkehrsrichtungen beachtlich zu. So wuchsen die Exporte um 7,5 % auf 112,8 Mrd. Fr. (real: + 5,8 %) und die Importe um 6,4 % auf 99,9 Mrd. Fr. (real: + 5,0 %). Exportseitig partizipierten – mit Ausnahme der Bekleidungsindustrie – alle Branchen am Umsatzplus, am deutlichsten die Metall- und die Uhrenindustrie. Bei den Einfuh-ren stachen die Rohstoffe und Halbfabrikate mit einem zweistelligen Wachstum her-vor. Geografisch entwickelte sich der Warenverkehr mit Asien und Lateinamerika besonders kräftig. Die Handelbilanz wies nach sieben Monaten bereits einen massi-ven Überschuss von 12,9 Mrd. Fr. auf, der um einen Sechstel höher zu liegen kam als in der Vorjahresperiode. Die Preise der exportierten Waren stiegen um 1,7 % und jene der importierten Güter um 1,4 %. Unter Ausschluss der Pharmasparte resultierte exportseitig ein Preisabschlag von 2,6 % (real: + 10,3 %), während die Importgüter-preise nur leicht zunahmen (+ 0,5 %; real: + 5,8 %).

Präzisionsinstrumente, Maschinen und Elektronik gewinnen an Fahrt

Erneut standen die Uhren- und die Metallindustrie an der Spitze der wachstums-stärksten Branchen. Bei Letzter stiegen die Verkäufe von Eisen und Stahl gleich um die Hälfte. Um einen Zehntel expandierten die Lieferungen von Präzisionsinstru-menten. Die Ausfuhren der Maschinen- und Elektronikindustrie sowie der Kunst-stoffindustrie stiegen um 8,3 bzw. 6,7 %. Erstere verzeichnete bei den Textilma-schinen einen Zuwachs um die Hälfte und bei den Maschinen für die Papier- und Grafische Industrie einen solchen um zwei Fünftel. Demgegenüber litten u.a. die Ex-porte von Kraftmaschinen weiterhin unter einer rückläufigen Nachfrage. Während die Verkäufe der Textilindustrie stagnierten, glitten jene der Chemischen Industrie aufgrund des Rückgangs in der Pharmadivision knapp ins Minus. Der Versand der Papier- und Grafischen Industrie sank um 3,9 %. Erstmals seit Oktober 2009 nah-men die Exporte der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ab, und zwar in allen wichtigen Subgruppen; die Sparte Getränke erlitt dabei das höchste Minus (-17,7 %). Der Abwärtstrend bei der Bekleidungsindustrie verstärkte sich gegenüber dem bis-herigen Jahresverlauf nochmals.

Importe aus China legen um 25 % zu

Die Entwicklung nach Kontinenten fiel durchzogen aus. Während die Importe aus Asien um einen Viertel zunahmen, gingen jene aus Europa (EU: – 2,3 %) und Nord-amerika (- 6,0 %) zurück.

Die Importe aus Aserbaidschan verdoppelten sich, jene aus Irland (Chemikalien) stiegen um vier Fünftel und aus Kasachstan wurde die Hälfte mehr eingeführt. Die Bezüge aus Brasilien und Hongkong wuchsen um einen Drittel, jene aus China um einen Viertel. Nennenswert sind auch Polen (+ 14,0 %) und die USA (+ 7,3 %).

Dagegen brachen die Einfuhren aus Kanada (Chemikalien) um drei Viertel ein, jene aus Mexiko und Libyen um mehr als die Hälfte. Um einen Fünftel reduzierten sich die Importe aus Frankreich, jene aus Österreich sanken um 12 %. Weniger eingeführt wurde auch aus den grossen Volkswirtschaften Italien, Spanien und Deutschland.

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