Arbeitslosenverischerung und Sozialhilfe wollen zukünftig zusammenarbeiten

Bern, 12.08.2010 – Die berufliche Integration ist in der Sozialhilfe zu einem wichtigen Thema geworden. Die Zusammenarbeit zwischen der Arbeitslosenversicherung und der Sozialhilfe soll deshalb verbessert werden. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat…

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… eine Grundlagenstudie über das Kooperationspotenzial dieser beiden Institutionen erstellen lassen. Die Studie liefert elf Vorschläge, wie die Zusammenarbeit vertieft werden könnte.

Die Arbeitslosenversicherung (ALV) und die Sozialhilfe sind zwei Sozialwerke mit unterschiedlichen Aufträgen und teilweise unterschiedlichen Zielsetzungen. In den letzten Jahren hat die berufliche Integration jedoch auch in der Sozialhilfe einen zentralen Stellenwert gewonnen. Dadurch sind Schnittstellen zwischen der Beratung der Sozialhilfe und der auf die arbeitsmarktliche Integration spezialisierten Arbeitslosenversicherung entstanden. Im Auftrag des SECO hat KEK-CDC Consultants in einer Studie untersucht, wo für eine bessere Zusammenarbeit zwischen der ALV respektive der öffentlichen Arbeitsvermittlung und der Sozialhilfe angesetzt werden muss. In der Studie sind die Sozialhilfebezüger nach bestimmten Merkmalen kategorisiert worden. Das Kooperationspotenzial bei der beruflichen Integration ist insbesondere bei den erwerbsfähigen und vermittelbaren Sozialhilfebezügern sowie bei den Stellensuchenden mit hohem Langzeitarbeitslosigkeitsrisiko gross.

Die Studie liefert elf Vorschläge, wie Menschen bei der beruflichen und sozialen Integration geholfen werden kann. Die Empfehlungen beziehen sich sowohl auf die operative als auch auf die strategische Ebene. Bei der Beratung von Sozialhilfeklienten empfiehlt sie beispielsweise, dass sich beide Sozialwerke auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Die Koordination bei der Betreuung soll aber sicherstellen, dass die Klienten umfassend beraten werden, sowohl arbeitsmarktspezifisch als auch betreffend ihren verschiedenen Lebenssituationen. Sie empfiehlt weiter, dass die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) Personen mit einem erhöhten Risiko auf Langzeitarbeitslosigkeit frühzeitig der Sozialberatung melden. Im Fall einer Aussteuerung kann so eine kontinuierliche Betreuung gewährleistet werden. Umgekehrt sollen Arbeitssuchende, die bei der ALV nicht anspruchsberechtigt sind, künftig intensiver von den RAV beraten und vermittelt werden. Deshalb zielt ein weiterer Vorschlag von KEK auf die Optimierung der S
euerung der RAV.

In vielen Kantonen besteht eine breite Palette an Massnahmen zur beruflichen und sozialen Integration, die durch Gemeinden und private Trägerorganisationen angeboten wird. Die Studie empfiehlt, die von den Gemeinden oder Kantonen angebotenen Massnahmen auf kantonaler Ebene zu koordinieren. Die Strategie zur Arbeitsmarktintegration soll innerhalb eines Kantons vereinheitlicht und die Zielgruppen sollen systemübergeordnet definiert werden. Die Angebotspalette kann so bedarfsorientierter gestaltet werden.

Die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Massnahmen wird in Zusammenarbeit mit den Kantonen geprüft. In einem nächsten Schritt werden Kooperationsprojekte ermittelt. Das SECO wird hierfür mit den verschiedenen Partnerorganisationen Kontakt aufnehmen und über das weitere Vorgehen befinden.

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