Der grosse Winterreifen-Test: TCS prüft bereits zum 40. Mal alle Winterreifen auf Herz und Nieren

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In der 40. Ausgabe des TCS-Winterreifentests wurden insgesamt 32 Winterreifen in zwei Dimensionen getestet. In 18 praxisnahen Prüfkriterien wurden die Stärken und Schwächen der verschiedenen Testprodukte ermittelt. 27 der getesteten Reifen erhielten mindestens die Bewertung „empfehlenswert“.

Das reifenspezifische Fahrverhalten wurde in praktischen Fahrversuchen auf trockenem, nassem, schneebedecktem und vereistem Strassenbelag ermittelt. Dabei mussten sich die Pneus bezüglich Geräuschentwicklung, Treibstoffverbrauch und Verschleiss bewähren.

Trotz diesem ebenso umfangreichen wie anspruchsvollen Testprogramm fällt die Bilanz positiv aus: Von den 32 geprüften Reifentypen haben 27 mindestens „empfehlenswerte“ Leistungen an den Tag gelegt. Die Auswahl ist breit genug, um bei einer sicheren Reifenwahl auch individuelle Ansprüche wie eine hohe Laufleistung für Vielfahrer berücksichtigen zu können. Der TCS-Winterreifentest empfiehlt sich als praktischer Ratgeber beim Reifenkauf.

Praxisnahes Prüfverfahren

Neu werden die Eigenschaften auf Schnee nicht mehr nur auf einer Passstrasse getestet, sondern auch auf einer flachen Handlingstrecke. Die Ergebnisse entstehen aus dem Mittelwert der Resultate von der Passstrasse und der Handlingstrecke. Der Handlingtest ermöglicht unter anderem zusätzlich die Beurteilung der Seitenführung mit rollendem Fahrzeug. Insgesamt wird die Beurteilung damit noch praxisnäher.

Leichte oder gravierende Schwächen auf nasser Fahrbahn

Die Dimension 185/60 R15 T eignet sich für Fahrzeuge wie zum Beispiel Audi A1, Seat Ibiza, Renault Clio oder VW Polo. Die sieben „sehr empfehlenswerten“ Reifen zeigen durchwegs ausgewogene Leistungen, setzen aber dennoch Akzente. So sticht der Continental ContiWinterContact TS850 auf nasser Fahrbahn, auf Schnee und auf Eis hervor. Der neu entwickelte Dunlop Winter Response 2 erreichte Bestnoten auf nasser Fahrbahn, auf Schnee und im Treibstoffverbrauch.
Der ebenfalls neue Firestone Winterhawk 3 brilliert mit durchgängig guter Leistung. Während der Michelin Alpin A4 die Bestnote im Verschleiss erreicht, trumpft der Nokian WR D3 bei trockener Fahrbahn auf. Zwar ist der Goodyear UltraGrip 8 in keinem Kriterium der Leader, doch leistet er sich auch keine Schwächen. Punkto Treibstoffverbrauch sind der Semperit Speed-Grip 2 und der Dunlop das Mass der Dinge.

Wegen leichter Schwächen auf nasser Fahrbahn werden der Vredestein Snowtrac 3 und der Pirelli Winter 190 Snowcontrol Serie 3 mit „empfehlenswert“ bewertet. Beim Barum Polaris 3 waren leichte Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn feststellbar, und der GT Radial Champiro WinterPro wird wegen Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn sowie auf Schnee abgewertet. Auch der Hankook Winter icept RS W442 zeigt Schwächen auf nasser Fahrbahn und auf Schnee.
Dagegen kommt der Falken Eurowinter HS 449 wegen dem höchsten Verschleiss im Testfeld auf ein „empfehlenswert“, der Kleber Krisalp
HP2 erhielt wegen schwacher Leistung auf nasser Fahrbahn dieselbe Wertung. Auf trockener Fahrbahn ist der Nexen Eurowin 600 zwar gut, wegen schwacher Leistung auf schneebedeckter Fahrbahn erreicht er jedoch nur ein „bedingt empfehlenswert“.

Gute Leistungen können dem Kormoran bezüglich Wintereigenschaften und in den ökonomischen Testdisziplinen attestiert werden. Leichte Schwächen auf trockener Fahrbahn und sehr schwache Leistungen auf nasser Fahrbahn führen jedoch zum „nicht empfehlenswert“. Der Marangoni ist auf trockener Fahrbahn und im Verschleiss durchaus gut, doch auf schneebedeckter Fahrbahn nur „bedingt empfehlenswert“ und auf nasser Fahrbahn sogar „nicht empfehlenswert“. Dazu führt er zum höchsten Treibstoffverbrauch. Das macht in der Testkonfiguration mit einem VW Polo ein Benzin-Mehrverbrauch von ca. 0,4 L/100 km im Vergleich zum sparsamsten Pneu aus.

Stärken in ganz verschiedenen Disziplinen

Die Dimension 225/45 R17 H kommt bei Fahrzeugen wie Audi A3, Mercedes C-Klasse, Opel Astra oder VW Golf zum Einsatz. Die vier „sehr empfehlenswerten“ Reifen zeigen ausgewogene Leistungen auf hohem Niveau, drei davon setzen Akzente. So schlagen der Continental ContiWinterContact TS850 auf Schnee, der Bridgestone Blizzak LM32 S auf nasser Fahrbahn und der Michelin Alpin A4 beim Verschleiss oben aus. Der neue Uniroyal MS plus 77 zeigt zwar keine Bestleistungen, dafür aber eine ausgewogene Performance in allen getesteten Kriterien.

Zu den besten „empfehlenswerten“ Reifen gehören der Goodyear UltraGrip 8 Performance und Nokian WR D3, beide mit leichten Schwächen im Bereich Aquaplaning. Beim Dunlop SP Wintersport 4D sind unterdurchschnittliche Leistungen bei der Seitenführung auf Eis aufgefallen.

Der Fulda Kristall Control HP lässt leichte Schwächen auf trockener und nasser Fahrbahn erkennen. Bei Nässe fehlen dem Semperit Speed-Grip 2 und dem Esa-Tecar Supergrip 7 plus HP die nötige Seitenführung, was zur Abwertung führt. Beim Esa-Tecar kommt noch ein erhöhter Verschleiss dazu. Der Hankook Winter icept RS und der Toyo Snowprox S953 zeigen deutliche Schwächen auf nasser Fahrbahn. Bei letzterem wurden auch auf Schnee, Eis und im Verschleiss Schwächen festgestellt.

Der Interstate Winter IWT-2, laut Hersteller mit geänderten Eigenschaften ab DOT 2412, hat in fast allen geprüften Sicherheitskriterien Schwächen an den Tag gelegt. Auf trockener Fahrbahn und Eis liegen die Leistungen zwar noch auf „empfehlenswertem“ Niveau, auf Schnee ist der Reifen „bedingt empfehlenswert“. Doch die Schwächen auf nasser Fahrbahn führten zum Urteil „nicht empfehlenswert“. Dagegen kann der Sailun Ice Blazer
WSL-2 auf Schnee und Eis noch überzeugen, wegen sehr schwachen Eigenschaften auf nasser Fahrbahn erhielt auch er ein „nicht empfehlenswert“.

Augen auf beim Reifenkauf

– Wer sich über Reifentests informieren oder Offerten einholen
will, muss die vollständige Reifendimension kennen (z.B. 195/65 R 15
91 V). – Mit der Wahl von Reifen mit der TCS-Beurteilung „sehr
empfehlenswert“ oder „empfehlenswert“ ist man bei der Reifenwahl auf der sicheren Seite. Anschliessend lohnt es sich, bei verschiedenen Anbietern zwei bis drei Offerten für die gewählten Reifen inkl.
Nebenkosten (Montage, Auswuchten und Entsorgung) und Mehrwertsteuer
einzuholen. – Wichtig ist auch die Überprüfung des Herstellungsdatums
der Reifen. Dabei hilft die DOT-Nummer-Angabe, die auf jedem Reifen zu finden ist. Es ist eine vierstellige Nummer, wobei beispielsweise
3709 bedeutet, dass der Reifen in der Woche 37 im Jahr 2009 produziert wurde. Das Herstellungsdatum ist deshalb wichtig, weil die
Reifenproduktion laufend den neusten Erkenntnissen angepasst wird. –
Beim Reifenkauf sollten neue Reifen (bis drei Jahre) bestellt werden.
Ältere Reifen sollten bei einem Neukauf nicht akzeptiert werden.
Reifen, die zehn Jahre alt sind, sollten aus Sicherheitsgründen nicht mehr verwendet werden – auch wenn sie noch genügend Restprofil
aufweisen. – Der Produktekauf im Internet wird immer beliebter.
TCS-Beobachtungen von Reifenhandel-Plattformen zeigen jedoch starke Preisschwankungen. In jedem Fall sollte die Gesamtleistung, also der Preis für Reifen und Montage, verglichen werden. Der TCS empfiehlt, Reifen entweder beim Garagisten oder beim Pneuhändler zu beziehen und montieren zu lassen. TCS-Mitglieder profitieren zudem von speziellen Vergünstigungen bei langjährigen Partnern.

TCS-Winterreifenratgeber als App

– Im neuen Ratgeber „Winterreifen 2013“, der ab Ende September in
der gedruckten Ausgabe zur Verfügung steht, werden die aktuellen Produktetests sowie interessante Hintergrundinformationen veröffentlicht. – Die vollständigen Testresultate der Sommer- und Winterreifen sind in der TCS-App für das iPhone der Generationen 3G, 3GS, 4 und 5, iPod Touch und iPad verfügbar. Damit kann der Konsument jederzeit auch auf die Reifentests der vergangenen zwei Jahre zurückgreifen und die für ihn passende Dimension finden. Neben den Testresultaten gibt es eine Suchfunktion, welche die Reifen der gewünschten Dimension auf einen Blick anzeigt. Die Rubrik „Fragen und Antworten“ liefert zudem Antworten rund um das Thema Reifen. Die Anwendung steht Mitgliedern und Nichtmitgliedern des TCS kostenlos zur Verfügung und kann im Apple Store heruntergeladen werden. Die Informationen sind auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch abrufbar.

Reifenlabel

Die Europäische Union hat die Bedeutung der Fahrzeug-Bereifung erkannt und schreibt seit November 2012 eine Konsumenteninformation vor. Der Käufer erhält dadurch die Möglichkeit, sich über die Sicherheit beim Bremsen auf nasser Fahrbahn, den Rollwiderstand sowie das Abrollgeräusch eines Reifens zu informieren. Diese drei Kriterien sind unserer Ansicht nach ein erster Anhaltspunkt für die richtige Reifenwahl. Um eine vollständige Beurteilung vornehmen zu können, ist es jedoch unerlässlich, alle Eigenschaften des Reifens zu testen.

Quelle: OTS – Originaltext: Touring Club Schweiz/Suisse/Svizzero – TCS
Bild: © ISP Wolfgang Grube
 

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